Neues Jahr, Neue Herausforderung

Man sollte meinen, mit einem Vollzeit-Job, der ersten eigenen Wohnung, einem wild wuchernden Balkongarten (und über hundert Zimmerpflanzen) und einem Blog hätte ich schon genug zu tun. Aber anscheinend nicht. Anscheinend muss da irgendwie auch noch ein zweiter Blog reinpassen. Und dann auch noch auf Deutsch. Das ist zwar meine Muttersprache, aber lese und schreibe fast nur mehr auf Englisch, so dass mir deutsch schreiben schon ganz komisch und mühsam vorkommt. (Ich entschuldige mich schon im Voraus, falls mir irgendwelche holprigen Sätze und zu wörtlich übersetzte englische Redensarten reinrutschen!)

Aber es stört mich immer mehr, dass ich auf Deutsch ziemlich wenig zum Thema Balkongarten/Balkongemüse finde. Eine Seite hier, einen Eintrag da, ein Forum-Thema dort, ja. Aber einen Blog, der sich hauptsächlich damit beschäftigt? Den hab ich noch immer nicht gefunden. Auf Englisch kenn ich mehrere, aber auf Deutsch…? Nein.

Dabei muss es ja auch im deutschsprachigen Raum Leute geben, die sich dafür interessieren. Ich seh ja die Tomaten auf den Balkonen. Ich seh die Topfgemüse-Pflänzchen in den Gartencentern, die Hängeampeln, die Kräuterkistchen. Ich hör die Fragen in der Gärtnerei, wo ich arbeite. Ich war im letzten Jahr auf drei Vorträgen über Balkongemüse.

Und so hab ich beschlossen, wenn sonst keiner drüber schreibt, mach ich es eben – wenn mich was stört, muss ich es ändern!

So hat ja auch alles angefangen: Es hat mich gestört, keinen Garten mehr zu haben. Ich bin mit Garten aufgewachsen, und in den paar Jahren in meiner Kindheit, in denen wir keinen Garten gehabt haben, ist zumindest auf dem Balkon ein bisschen Gemüse gewachsen.* Dann ließen sich meine Eltern scheiden und mussten ihr Haus verkaufen, und zum ersten Mal seit über zehn Jahren zogen wir wieder in eine Wohnung.

Zum Glück war es wenigstens eine Wohnung mit Balkon. Allerdings bestand meine Mutter darauf, dass dort noch Platz zum Sitzen bleiben musste, also musste ich mich auf ein paar Tomaten und Kräuter beschränken.

Aber seit letzem Jahr lebe ich allein. Einen Garten kann ich mir noch nicht leisten, aber ein Balkon mit genügend Sonne war die eine Bedingung, die meine Wohnung unbedingt erfüllen musste.Er ist zwar nicht besonders groß (ca. 1.2 x 3,5 m), aber groß genug für:

  • Tomaten
  • Paprika
  • Melanzani (Auberginen)
  • Fisolen (Bohnen) (gewöhnt euch dran, ich bin halt Österreicherin)
  • Salat
  • Kohlrabi
  • Radieschen
  • Mangold
  • Blumenkohl
  • Erbsen
  • Gurken
  • Karotten
  • Süßkartoffeln
  • Wassermelonen
  • Zuckermelonen
  • Schnittlauch
  • Petersilie
  • Rucola
  • Rosmarin
  • Salbei (mehrere Arten und Sorten)
  • Thymian (mehrere Sorten)
  • Basilikum
  • Majoran
  • Origano
  • Bohnenkraut
  • Liebstöckel
  • Zitronenmelisse
  • Zitronenverbene
  • Kresse

Und dazu noch ein paar Blumen, und ein paar Duzend Zimmerpflanzen, die Sommerferien an der frischen Luft gemacht haben. (Leider auch Blattläuse, Spinnmilben, Weiße Fliegen, Wollläuse, Thrips, Ameisen und Wespen… aber dafür keine Schnecken.)

Von der „Artenvielfalt“ her nicht weniger, als ich früher im Garten gesetzt hab. (Zuckermais und Kürbisse haben am Balkon zwar keinen Platz mehr, aber dafür hab ich im Garten keine Gurken und Zuckermelonen gehabt.) Die Anzahl der Pflanzen war natürlich niedriger, aber ich wohne ja alleine, und füttere nicht mehr meine Eltern und Brüder mit.

Natürlich hat nicht alles so ganz funktioniert. Das gibt’s sowieso nie, und im ersten Jahr schon gar nicht. Aber einiges ist gut gewachsen, und anderes ist zumindest einen zweiten Versuch wert (vor allem, weil ich von dem meisten noch Samen hab) – aber dazu im nächsten Eintrag mehr!

________

* 100%ig kann ich mich nicht mehr erinnern, ich war noch ziemlich klein, und meine Eltern haben ja auch immer nur uns Kinder fotografiert und nicht ihren Balkon, aber ich glaube, es waren Tomaten, Zucchini, Zuckermais und Bohnen.

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6 Antworten zu Neues Jahr, Neue Herausforderung

  1. sonjasperspektive schreibt:

    hallo :)

    hey, ich finde dein Garten toll….. Was du alles erntest.. ich staune. Eine Person scheint deine Anbaufläche ja tatsächlich ernähren können (natürlich noch was dazu^^).
    Ich bin nun im 4 Jahr mit meinem Garten, kein Balkongarten. Und ich kann ihn mir auch nicht aus meinem Leben denken.
    Schön dich gefunden zu haben. Ich werde hier ab und ab vorbeiguggen.

    Lieben Gruss und einen grünen Daumen (Lavendel fehlt bei dir doch noch – ein fast schon magisches Kraut gegen Unmengen von Schädlingen…)

    sonja

  2. Ivynettle schreibt:

    Hurra, mein erster Kommentar! ;-)
    Ganz ernährt er mich noch nicht, aber ich hab definitiv weniger Gemüse gekauft als ich ohne Garten getan hätte.
    Lavendel gibt’s auch, der hat’s nur noch nicht in meine „Ernte-Liste“ geschafft, darum hab ich ihn vergessen.

  3. Scheffelmann Sisi schreibt:

    Wie schön, eine heimatliche Seite gefunden zu haben und noch dazu eine Fachfrau am „Schlaffitel“ zu haben, die man mit Balkonfragen nerven kann/ oder darf?
    LG Sisi

  4. Nadine schreibt:

    Hallo! Dein Blog hat mich dazu inspiriert auf meinem Fensterbrett zu gärtnern (erstmal eine). Unsere Wohnung hat leider keinen Balkon, aber dafür 3 Fensterbänke mit viel Sonne. Ich freue mich schon rieesig auf meine selbstgezogenen Radieschen, Kräuter und Pflücksalat! Hoffentlich kann ich in der nächsten Zeit noch viel mehr von dir lesen :-)
    Liebe Grüße aud Kiel! Nadine

    • Ivynettle schreibt:

      Auf Fensterbrettern lässt sich auch einiges machen – ich sag immer, so klein kann der „Garten“ gar nicht sein, dass man nicht irgendwas essbares selber ziehen kann!

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