Grundsätzliches für grund(stücks)lose Gärtner

Ups – jetzt habe ich doch glatt zwei Wochen „geschwänzt“! Eigentlich habe ich vor, jede Woche zu schreiben, aber diesmal hat mir erst die Inspiration, dann die Motivation und dann auch noch die Zeit gefehlt! Und ganz ehrlich, ich weiß nicht, wie oft ich diese Litanei, viel-Licht-große-Töpfe-gute-Erde-regelmäßig-düngen, schon heruntergerattert hab, oft genug jedenfalls, dass es mich ziemlich langweilt, und es sagt/schreibt ja auch jeder, aber der Vollständigkeit halber sollte ich auch einmal drüber schreiben.

Mein „Stichwortgeber“ für diesen Eintrag waren die Unterlagen von einem Workshop, den ich letzten Sommer besucht habe – ein dickes Danke an Andrea Heistinger, auf deren neues Buch ich mich schon freue!

Licht

Von Photosynthese haben wir ja alle schon gehört. Der Vorgang, bei dem eine Pflanze aus Wasser und Kohlendioxid mit Hilfe von Sonnenlicht Zucker herstellt, der die Energie für ihr Wachstum liefert – in gewisser Weise ist eine Pflanze also gespeichertes Sonnenlicht…

Damit sollte klar sein, wie wichtig Licht für Pflanzen ist. Je mehr Licht, desto mehr Energie steht der Pflanze zur Verfügung (gut, es gibt auch Pflanzen, die mehr Schatten brauchen, aber Gemüse fällt mir da keines ein.)

Bei weniger Licht haben die Pflanzen weniger Energie, um zu wachsen, zu blühen und Früchte zu entwickeln, auch der Geschmack kann weniger intensiv sein.

Angeblich (ich hab noch nicht genug Balkone gehabt, um es zu überprüfen) ist ein nach Südosten ausgerichteter Balkon für Gemüse am Besten, gefolgt von Süden und Südwesten. Meine Vermutung ist, dass das daran liegt, dass ein Südost-Balkon zwar ziemlich viele Sonnenstunden abkriegt, aber vor der Nachmittagshitze geschützt ist.

Natürlich bestimmt nicht nur die Himmelsrichtung allein, wie viel Sonne ein Balkon bekommt – andere Gebäude und Bäume können Schatten werfen, oder wie in meinem Fall die Brüstung – meine Loggia ist zwar fast genau nach Süden ausgerichtet, aber der tiefe Schatten hinter der Mauer ist ziemlich problematisch.

Etwas Schatten vertragen laut meinen Unterlagen Blattgemüse und eventuell Gurken.

Aber ganz ehrlich: auch wenn ich keinen sonnigen Balkon hätte, würde ich mich nicht vom Experimentieren abhalten lassen! Eine Freundin von mir hat es trotz Nordwest-Balkon immer wieder mit Tomaten versucht (da hat’s aber mit dem Gießen nie geklappt, ein Jahr ersäuft, das nächste vertrocknet, also kann ich nicht sagen, wie gut oder schlecht das funktioniert hätte.)

Die Temperatur

hängt ja auch mit der Sonne zusammen – je sonniger der Standort, desto wärmer wird es auch. Im Frühling ist es praktisch, wenn es an einem geschützen Standort schon früher warm wird und die Wände Wärme speichern, so dass es auch in der Nacht wärmer bleibt, und alles schon früher wächst. Im Sommer kann es aber schwierig werden, wenn es zu heiß wird. Das ist bei mir oft das Problem, da meine Loggia nicht nur direkt nach Süden ausgerichtet ist, sondern vor dem Haus auch noch Parkplatz und Straße liegen, die noch mehr Hitze reflektieren. Das hebt nicht nur den Wasserbedarf, sondern gefällt auch manchen Schädlingen viel zu gut (ich hab’s mittlerweile aufgegeben, Spinnmilben zu bekämpfen. Aussichtslos!)

Pflanzgefäße und Oberflächen, die sich in der Sonne aufheizen, können auch problematisch sein – Töpfe abzudecken/zu beschatten, ist sicher kein Fehler, und ich werde dieses Jahr versuchen, meine „Klettergerüste“ mit etwas Abstand zur Wand aufzustellen.

Was am Balkongärtnern praktisch ist: Wenn man einmal etwas zu früh gesetzt hat, und es doch noch einmal kalt wird – kann man den Topf ja einfach schnappen und über Nacht noch mal in die Wohnung stellen!

Der Wind,

der Wind, das himmlische Kind… oder manchmal auch eher das höllische!

Ich hab zwar selber noch nie Probleme mit Wind gehabt – eher mit zu wenig davon! Mein „Garten“ liegt so geschützt, dass selbst der stärkste Sturm bis jetzt keinen Schaden angerichtet hat. Das ist zwar gut – andererseits staut sich aber so die Hitze noch mehr.

Das ist auch der Grund, warum ich auf keinen Fall in eine neue Wohnung mit diesen grässlichen Glaskasten-Balkonen gezogen wäre – die kann man zwar sicher im Frühling ein bisschen früher benutzen, aber wie heiß es da drin im Sommer wird, will ich gar nicht wissen. Und Blätter, die an den Glasscheiben anliegen, verbrennen nur zu leicht, wie mich meine Zimmerpflanzen freundlicherweise immer wieder erinnern. Vielleicht würde es helfen, ein (nicht zu dickes! Lichtdurchlässiges!) Tuch innen über das Glas zu hängen.

Dachgärten und hochgelegene Balkone haben dafür öfter mit zu viel Wind zu kämpfen (hab ich mir sagen lassen – ich selber hab nie höher als im zweiten Stock gelebt). Ich weiß, dass wir beim Workshop über Windschutz gesprochen haben, hab mir aber leider keine Notizen dazu gemacht. Jedenfalls sollte er so stabil gebaut sein, dass er nicht einfach mitgerissen wird. Niedrig wachsende Gemüse- (und auch Blumen-)Arten tun sich in solchen Verhältnissen auf jeden Fall leichter als hohe, die ständig vom Wind „gerupft“ werden.

Es gibt natürlich noch einiges mehr zu sagen, über Töpfe und Erde, Gießen und Düngen, aber das spar ich mir für ein anderes Mal auf – ich gehe mal davon aus, dass ihr kilometerlange Monster-Einträge genau so wenig lesen wollt, wie ich sie schreiben will!

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