Da haben wir den Salat!

Um genau zu sein, viel zu viel davon!

Acht Pflanzen Pflücksalat und zwei Fensterkisterln mit Asia-Salat-Mischungen waren dann doch ein bisschen zu viel des Guten.

Eins von den Salatkisterln hängt am Geländer, mit ein paar Hornveilchen zwischen den Salatpflanzen, oder vielleicht eher Salatpflanzen zwischen den Hornveilchen… der Balkon soll ja auch hübsch aussehen, und außerdem kann man Hornveilchen ja auch essen. (Das mache ich aber immer erst, nachdem ich die Pflanzen schon einige Wochen zu Hause gehabt habe, in der Hoffnung, dass sich eventuelle Spritzmittel bis dahin abgebaut haben. Obwohl sie eh nicht so gut schmecken, dass ich größere Mengen davon essen möchte… eigentlich finde ich, dass sie nach gar nichts schmecken, aber sie sind halt eine tolle essbare Deko.)

Das zweite Kisterl steht hinten am Wohnzimmerfensterbrett, weil ich keine passenden Haken habe, um es aufzuhängen – das kommt dann später ans Küchen- oder Schlafzimmerfenster. Wahrscheinlich in den nächsten Tagen, sobald ich die Süßkartoffeln dazu gesetzt habe. Eine ist ja schon eingesetzt (rechts im unteren Bild, vor dem gelben Mangold), aber hauptsächlich dient dieses Kisterl noch als Zwischenlager für Töpfe mit Blumenzwiebeln und eine Fetthenne, die ich eigentlich auf dem Balkon gar nicht brauchen kann… muss ich mal meiner Oma mitnehmen.

Bei den Salatpflanzen in diesen beiden Kisterln merkt man einen deutlichen Größenunterschied. Das mag zum Teil daran liegen, dass es hinten am Fensterbrett geschützter und wärmer ist, und der Salat dort schneller wächst. Auf jeden Fall ist es hinten schattiger, was man beim Lollo Rosso deutlich merkt, der am Fensterbrett viel blasser ist als am Geländer.

(Nur so am Rande: rote Blattfärbung ist eigentlich ein Sonnenschutz – so wie wir Menschen bei viel Sonne braun werden, werden (manche) Pflanzen rot, und je mehr Sonne, desto intensiver ist die Färbung. Umgekehrt werden wir bei einem Sonnenbrand rot, die Pflanzen aber braun und dürr. Finde ich irgendwie lustig.)

Die nächsten zwei Bilder sind schon etwas älter, ca. zwei Wochen – mittlerweile merkt man den Größenunterschied noch mehr, aber jetzt hab ich kaum Zeit zum Fotografieren, und wenn ich Zeit habe, ist es schon zu dunkel.

Wie gesagt, unterschiedliches Kleinklima mag ein Grund sein, aber hauptsächlich, glaube ich, sind die Salatpflanzen am Geländer kleiner, weil sie so zwischen wuchernden Hornveilchen eingequetscht sind. Ich predige ja meinen Kunden immer, sie sollen nicht zu viel in ein Kisterl setzen, aber was mach ich selber? Da wird reingestopft, was nur geht, und dann noch ein bisschen mehr…

Pflücksalat ist, finde ich, eins der besten Balkongemüse – braucht nicht viel Platz, wächst schnell, man kann immer wieder ein bisschen ernten (oder, wenn man viel zu viel setzt, so wie ich, immer wieder eine ganze Menge!), und vor allem ist Salat für mich ein Gemüse, bei dem Frische wirklich zählt. Und frischer als vom Balkon direkt in die Salatschüssel geht’s einfach nicht!

Dieses Jahr versuche ich zum ersten Mal wieder, Salatpflanzen selbst aus Samen zu ziehen. Ich hab vor Kurzem bei einem Samen-/Pflanzentausch Samen von geflecktem Eichblattsalat aus England bekommen. Schaut ja derweil ganz gut aus:

Nur… so gern ich die Zahl elf mag, elf Salatpflanzen könnten dann doch ein bisschen viel werden!

Von den Asia-Salaten bin ich nicht ganz so begeistert. Geschmacklich sind sie nicht schlecht, aber durch das heiße Wetter in der letzten Zeit wollen sie alle schon anfangen zu blühen, und ich komm mit dem Ernten gar nicht nach.

Ganz so viel Salat mag ich dann doch nicht essen (kann ich auch gar nicht… muss ja auch Pflücksalat essen, und Rucola, der nämlich auch schon unbedingt blühen will und zurückgeschnitten gehört), also verkoche ich auch einiges. Bei meinen derzeitigen Arbeitszeiten würde ich ja lieber gar nicht mehr kochen, aber so kann ich nicht anders – was wächst, muss auch gegessen werden! Also hat die Salatschwemme wenigstens den Vorteil, dass ich mich weiter gesund ernähre.

390 Gramm alleine diese Woche (und dazu 90 g Pflücksalat) – 860 g seit der ersten Ernte Ende März, und das Schlafzimmerfenster ist noch längst nicht abgeerntet – und ich glaube, dass das meiste auch noch einmal austreibt.

Aber ich glaube, nächsten Frühling werde ich weniger davon ansäen. Asia-Salate sind wahrscheinlich besser im Herbst. Sie sollen ja Kälte gut vertragen, aber Hitze mögen sie offensichtlich nicht so.

Und, ja, ich weiß meistens genau, wie viel ich wann von welchem Gemüse geerntet hab. Ich will ja am Ende des Jahres sehen, ob sich mein Garten endlich ausgezahlt hat! Also wird alles gewissenhaft abgewogen und aufgeschrieben.

Andererseits… wie soll man frisch geernteten, knackigen, bunten Balkon-Salat mit halb welkem Supermarkt-Salat vergleichen…?

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2 Antworten zu Da haben wir den Salat!

  1. Kathrin schreibt:

    Wenn ich Deine Salaternte sehe, werde ich ganz neidisch. Ich warte schon viel zu lange auf die erste Ernte – irgendwie will einfach nichts weiter gehen!! Pflücksalat habe ich letztes Wochenende auch gepflanzt, hoffentlich wächst dieser schneller als der Grazer Eishäuptl.

    lg kathrin

  2. Ivynettle schreibt:

    Bei mir hat’s sowohl beim Pflücksalat als auch bei den Asiasalaten bis zur ersten Ernte ziemlich genau ein Monat gedauert (hach, was bin ich heuer ordentlich – ich schreibe alles auf!). Der Eissalat ist, glaub ich, sowieso immer der langsamste.

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