Das Ende der Erbsen

Wenn ich ein Gemüse wäre, wäre ich eine Erbse. Die mögen Hitze nämlich genauso wenig wie ich.

Wenn ich eine Pflanze wäre, würde ich nach ein paar Tagen mit über 30° im Schatten (und ich will gar nicht wissen, wie viel in den Gewächshäusern) auch so aussehen.

Zum Glück werde ich dann nicht gleich ausgerissen wie die Erbsen! Aber im Gegensatz zu denen erhole ich mich an einem kühlen Regentag wie heute ja wieder, während die Erbsenpflanzen weiter schrecklich aussehen und höchstens noch mehr Mehltau kriegen.

Gut, wirklich ausgerissen habe ich die Erbsen nicht. Ich weiß zwar nicht, ob das mit den Knöllchenbakterien auch im Topf funktioniert, aber sicherheitshalber hab ich die Wurzeln in der Erde gelassen. Diese Bakterien leben in Symbiose mit den Wurzeln von Hülsenfrüchtlern, zu denen auch die Erbse gehört – Symbiose bedeutet, kurz gesagt, eine „Zusammenarbeit“ zwischen zwei Arten von Lebewesen, von der beide Partner profitieren. Bei Hülsenfrüchtlern und Knöllchenbakterien ist es so, dass die Bakterien dann den Stickstoff aus der Luft im Boden einlagern können – und Stickstoff ist ein wichtiger Pflanzennährstoff, der so für die nächsten Pflanzen verfügbar wird, die an diesem Platz wachsen. Allerdings ist gekaufte Topferde normalerweise keimfrei, also sind wahrscheinlich auch keine Knöllchenbakterien drin… aber wie gesagt, sicher ist sicher, die Wurzeln bleiben jedenfalls im Topf.

Meine letzte Erbsen-„Ernte“, wenn das noch so nennen kann:

Ganze fünf Gramm von der gelben Zuckererbse ‚Golden Sweet‘ und drei trockene Schoten mit Samen fürs nächste Jahr (zwei ‚Golden Sweet‘ und eine ‚Blauwschokker‘). Eigentlich wollte ich ja gar keine Samen ernten, aber die drei Schoten hab ich beim Pflücken übersehen.

‚Golden Sweet‘ war dieses Jahr der absolute Champion mit 700 g (von einem 40x40cm-Topf), und das, obwohl ich später ausgesät habe als die anderen Sorten. Anscheinend auch am hitzeresistentesten – da waren immer noch Blütenknospen drauf, aber die Pflanzen waren einfach schon so hässlich, ich wollte sie nicht mehr sehen! – und am mehltauresistentesten, zumindest waren die Hülsen nicht so weiß wie bei den beiden anderen Sorten. Und zusätzlich auch noch recht dekorativ!

‚Blauwschokker‘ war dieses Jahr zumindest halbwegs zufriedenstellend, 210 g aus einem halben 30x60cm-Trog. Hat allerdings früher zu blühen aufgehört als ‚Golden Sweet‘ (das kann aber auch am wärmeren Standort liegen), und der Mehltau war schon nicht mehr lustig. Mit den violetten Hülsen aber auch recht hübsch.

‚Ambrosia‘ war mit 30 g aus einem halben 30x60cm-Trog eine Enttäuschung. Diese Sorte hat zwar als erstes getragen, und kommt mit einem viel niedrigeren Rankgerüst aus, ist aber mühsam zu pflücken, weil man erstens dazu am Boden herumkriechen muss, und die Hülsen zweitens die selbe Farbe haben wie das Laub… na ja, und der Ertrag war schlicht ein Witz. Die restlichen Samen, die ich noch habe, werde ich zwar noch aufbrauchen, aber Samen ernten oder neue kaufen werde ich wohl nicht (außer sie benehmen sich nächstes Jahr viel besser.)

Jetzt ist das eine Rankgerüst abgebaut, und das andere gehört der Gurke und einer Passionsblume. Schade, dass es mit den Erbsen vorbei ist – aber Fisolen sind auch was Gutes!

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Balkongarten abgelegt und mit , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

5 Antworten zu Das Ende der Erbsen

  1. Nadja schreibt:

    Meine Zuckererbsen sind mickrig, blühen bis jetzt noch nicht einmal und haben überall weiße Flecken auf den Blättern. Ein bisschen Zeit geb ich ihnen noch, dann wandern sie in die Tonne… Auf meinem Balkon ist es nämlich auch sehr heiß! :(

    Liebe Grüße
    Nadja

    • Ivynettle schreibt:

      Die weißen Flecken klingen nach Mehltau – den hatten meine auch. Wenn du irgendwo Ackerschachtelhalm finden kannst, mach einen Tee draus und besprüh die Planzen damit, das hilft (zumindest manchmal).

      • winterspross schreibt:

        Leider waren es die Thripse – ich hab die Erbsen jetzt vernichtet und der Rest der Pflanzen wird mit Neemöl besprüht… Schade, das mit den Erbsen wär schon ziemlich cool gewesen. Nächstes Jahr versuch ich es noch einmal ;)

        Liebe Grüße
        Nadja

      • Ivynettle schreibt:

        Gegen diese Mistviecher muss ich auch einmal was unternehmen – und gegen die Spinnmilben, die gerade meine Gurke und Bohnen fressen.

  2. Pingback: Der Beginn der Bohnen | Gemüse aus Balkonien

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s