Herbst in Balkonien

Jetzt ist es schon wieder über einen Monat her, seit ich hier zum letzten Mal etwas geschrieben habe. Na ja, besonders viel gibt es ja auch nicht zu erzählen. Eigentlich warte ich nur auf den ersten Frost, damit ich einen Grund habe, die Tomatenstauden auszureißen.

Wobei man ja sagen muss, es ist meine eigene Schuld, dass sie gar so schrecklich aussehen – gelbe Blätter, kreuz und quer herumwuchernde und hängende Triebe, Unmengen an Weißen Fliegen. Das wäre zu vermeiden gewesen, wenn ich genügend gedüngt hätte, regelmäßig ausgegeizt (d.h. Seitentriebe entfernt) und die Triebe angebunden hätte und rechtzeitig Gelbtafeln aufgehängt hätte. Für meine Faulheit werde ich also mit hässlichen Tomatenpflanzen und klebrigem Boden (vom Honigtau, also den Ausscheidungen der Weißen Fliegen) bestraft – was es noch weniger verlockend macht, auf den Balkon zu gehen, und so wird alles nur immer schlimmer…

Aber ich sollte nicht nur jammern. Immerhin gibt es noch immer Tomaten:

Und Kräuter:

Die Trichterwinden haben sich endlich bequemt, zu blühen:

Eine der totgeglaubten Zuckermelonen ist plötzlich zwischen den vermutlich toten Fisolen aufgetaucht und hat angefangen zu blühen (leider „etwas“ zu spät):

Melonen werde ich dieses Jahr nicht mehr ernten, aber Radieschen schon:

Manchmal beehren mich meine Passionsblumen mit einer Blüte:

Ein Paprika ist doch noch reif geworden (als ich die Hoffnung schon fast aufgegeben habe):

Es gibt noch Karotten, Kohlrabi und Kopfsalat (auch wenn der nicht mehr genug Zeit haben wird, um Köpfe zu bilden):

Manchmal lässt sich genug Grünzeug für eine Schüssel Salat finden:

Ich muss jetzt immer lachen, wenn ich diese Blattsenfe aus den Asiasalat-Mischungen esse – meine beste Freundin hat die fein geschlitzten Blätter neulich so beschrieben: „Das ist, wie Tillandsien zu essen.“

Apropos Asiasalate, weil die ja sehr viel Kälte vertragen sollen, hab ich in den leeren Schüsseln noch welche angebaut – gemeinsam mit ein paar Blumenzwiebeln für den Frühling:

Ein paar Tage später:

Die Hornveilchen stehen auch schon bereit, um die Fensterkistchen zu bevölkern, wenn der erste Frost dem Glücksklee und den Süßkartoffeln den Garaus macht. Die sind zwar auch schon so hässlich, dass ich sie am liebsten gleich ausreißen würde, aber irgendwie will ich doch die Hoffnung nicht aufgeben, dass sie vielleicht noch ein bisschen wachsen.

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5 Antworten zu Herbst in Balkonien

  1. Kathrin schreibt:

    Schön, mal wieder etwas von Dir zu lesen. Ich habe meine Tomatenstauden schon vor zwei oder drei Wochen entfernt, weil sie so schrecklich aussahen. Salat habe ich leider keinen mehr. Hornveilchen gibt es bei mir auch über den Winter.

    lg kathrin

  2. Nadja schreibt:

    Meine Tomate ist komplett durchgedreht, über sechs Meter lang geworden und hat Tomaten über Tomaten ausgewürgt. Weiße Fliege hatte ich auch, aber ich hab brav Neem-Öl gespritzt und so der Plage Einhalt geboten. Der einzige „Verlust“ war die Gurke, die hat die Spinnmilbenattacke nicht überlebt und nur zwei Minigürkchen produziert. Ich freu mich schon auf nächstes Jahr!

    Liebe Grüße
    Nadja

  3. Stadtkraut schreibt:

    Ach, wie schön, das nenne ich produktives Gärtnern in der Stadt :) Hast du Lust auf gegenseitiges Verlinken? Meine Seite: https://stadtkraut.kirschpunkt.de/ Viele Grüße, Stadtkraut

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