Die Wände hoch

Angefangen hat alles mit den Pflanzsäcken, die wir in der Gärtnerei mit Hornveilchen bepflanzen. (Ich hab leider nie daran gedacht, ein Foto zu machen – ihr müsst mir einfach glauben, dass die toll aussehen.)

Und dann hatte ich zu viele Ampeltomaten-Pflanzen und Kapuzinerkrese, und zu wenig Platz und dafür ein paar alte Plastiksackerl. Warum also nicht improvisieren, und auch die Wände hochgehen? Dort, wo die Vormieter ihre Satellitenschüssel befestigt hatten, waren sowieso schon Dübel in der Wand – perfekt für ein paar Haken.

Die Thalia-Sackerl waren zwar schön stabil, aber so ganz hab ich ihnen nicht getraut und ich die Tomaten erst in Gefrierbeutel gepflanzt (die hoffentlich keine ungesunden Chemikalien abgeben).

Dabei darf man natürlich nicht vergessen, Löcher in den Boden zu stechen, damit überschüssiges Gießwasser abfließen kann.

(Und, ja, die Tomaten waren da schon ziemlich hoch und dünn – darum hab ich ja auch so verzweifelt nach einem Platz zum einsetzen gesucht.)

Und dann das ganze in das Thalia-Sackerl gestellt und noch einmal Abzugslöcher reingestochen:

Nachdem ich die Sackerl zugebunden habe, damit die Erde nicht rausfällt, habe ich es hingelegt und einen Schlitz in die Seite geschnitten, um dort eine Kapuzinerkresse reinzuquetschen.

Die Schlitze hab ich noch so gut wie möglich zugeklammerlt und die Sackerl aufgehängt.

Zwei Wochen später:

Noch einmal zwei oder drei Wochen später waren die Sackerl kaum mehr zu sehen.

Das große Problem bei solchen improvisierten Pflanztaschen ist, dass das Plastik nicht so UV-beständig ist wie bei den „professionellen“ – mit der Zeit ist es ziemlich brüchig geworden, und wenn die Sackerl nicht von den Pflanzen ganz gut vor der Sonne geschützt worden wären, wäre das sicher noch schneller gegangen. Letztlich haben zum Glück die Tomaten früher den Geist aufgegeben als die Sackerl.

Das war das Jahr, bevor ich diesen Blog angefangen habe. Letztes Jahr hab ich dann die perfekten Taschen in die Finger bekommen – zwei innen mit Plastik beschichtete Jutetaschen* mit stabilen Griffen.

In den „Gartenspaziergängen“ waren sie ja schon öfter zu sehen:

(Mai 2012)


(September 2012)

balcony

(Mai 2013)

100_7910s
(Juni 2013)

Bepflanzt waren/sind sie hauptsächlich mit Oka. Wie Kartoffeln muss man die nämlich anhäufeln, damit sie mehr Knollen bilden, und das funktioniert in den Taschen ganz gut, indem ich die am Anfang nur zur Hälfte mit Erde fülle und dann nach und nach mehr Erde dazu gebe. Im Topfturm war die Oka letztes Jahr nicht so erfolgreich, weil ich dort die Töpfe von Anfang an ganz füllen hab müssen. (Trotzdem ist sie meiner Meinung nach eine hübsche Pflanze und vor allem wunderbar unkompliziert. Nicht sehr durstig, und es hat sich kein einziger Schädling blicken lassen.)

In der einen Tasche wächst auch heuer wieder eine Ampeltomate:

Pflanztasche

Im Gegensatz zum ersten Jahr hab ich sie hier durch ein Loch in der Seite der Tasche ingepflanzt (so wie 2011 die Kapuzinerkresse).

In der anderen Tasche wachsen – dieses Jahr neu – ein paar Erdbeeren:

Pflanztasche

Erdbeere/Pflanztasche

Zwei kleine Probleme gibt es mit den Taschen (na ja, drei, wenn man mitrechnet, dass ich zu klein bin, um sie ordentlich zu gießen):

– der Stoff fängt durch die ständige Feuchtigkeit an zu modern und hinterlässt schwarze Flecken auf der Wand (die sich glücklicherweise mit Wasser relativ leicht entfernen lassen, aber der raue Verputz ist dabei echt lästig)

– eine der Taschen fängt unten an zu reißen. Ich hoffe nur, dass sie den Rest des Jahres noch durch hält. Irgendwann „muss“ ich wohl wieder bei Geko was kaufen und hoffen, dass sie noch so tolle Taschen haben.

Aber trotz der kleinen Probleme mag ich meine improvisierten Pflanztaschen gern, und sie werden auch weiterhin ein fixer Bestandteil meines Balkongartens bleiben!

____________

* Ich glaub halt, dass es Jute ist. Davon versteh ich nicht wirklich was.

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15 Antworten zu Die Wände hoch

  1. volkmar schreibt:

    super idee mit den taschen – kannst ja auch alte lederdamenhandtaschen nehmen halten uu länger alles liebe

  2. bea schreibt:

    tolle idee und danke für die schönen bilder! mir kam die idee, dass frau auch abends auf dem sofa, wenn sie es sich nach der gartenarbeit gemütlich macht, baumwollreste zu passenden umhüllungen für kunststoff-beutel verhäkeln kann … muss ja kein kunstwerk sein, weil die pflanzen drüber wachsen – und „lochmuster“ gehen ja auch recht schnell!!
    weiterhin viel freude auf balkonien!
    p.s.: ich bin immer interessiert an erfahrungen über „bodenpflege in gefäßen“, mulchen, erderneuerung in kästen … habe jetzt eine wurmkiste auf dem balkon und hoffe, dass ich auf diese weise erde recyclen kann!

    • Ivynettle schreibt:

      Das mit dem Häkeln ist auch eine tolle Idee! Und sieht sicher auch super aus.

      Bodenpflege… da muss ich zugeben, dass ich nicht besonders viel mache. Ich tausche einfach jedes Jahr zirka die Hälfte der Erde aus. Über eine Wurmkiste hab ich schon ein paar Mal nachgedacht, aber mich immer noch nicht näher damit beschäftigt.

  3. Maral macht schreibt:

    Das ist ja eine kluge Idee – so kann man den Platz richtig ausnutzen. Die Taschen scheinen ja auch einiges auszuhalten, ich drücke dir die Daumen, dass sie auch noch ein paar weiteren Pflänzchen Platz bieten. Liebe Grüße, Maral von „Mach mal“

  4. Kathrin schreibt:

    Die Geko-Taschen sehen wirklich nicht schlecht aus. Leider haben alle diese Dinge eine Ablaufzeit. Einige meiner ehemals schönen Tontöpfe sehen nach ein paar Jahren Benutzung auch schon recht traurig aus und nicht alles lässt sich trotz intensiver Reinigung entfernen.

    lg kathrin

    • Ivynettle schreibt:

      Meine eigenen Töpfe sehen eigentlich alle noch ganz gut aus, aber die „Second-hand“-Töpfe, die ich in der Arbeit einmal „adoptiert“ habe (ein Kunde hat sie vorbeigebracht „falls ihr sie noch brauchen könnt“, anstatt sie zu entsorgen), die sehen schon ziemlich schrecklich aus.

  5. Chavale schreibt:

    Toller Blog, den ich erst vor kurzem entdeckt habe, weil auch für mich ab August Balkongärtnern angesagt ist. (Umzug von einem Haus mit großem Südgarten incl. toller Obstbäume in ein Haus mit Nordgarten und Balkon. :( )

    Ich könnte mir vorstellen, dass die Plastiktaschen eines großen schwedischen Möbelhauses dafür auch zweckentfremdet werden könnten. (immerhin ein gutes Preis- Leistungs-Verhältnis)

    Und Oka- das liebe ich auch. Ein Versuch meinerseits, es anzupflanzen scheiterte allerdings vor ein paar Jahren. :(

    Ich werde Deinen Balkon verfolgen. ;)

    • Ivynettle schreibt:

      Stimmt – die gehen sicher auch! Brauchen nur (bei der Größe) eine stabile Aufhängung.

      Einen Garten aufgeben müssen ist schlimm. Ich vermisse „meinen“ (na ja, den meiner Eltern) immer noch, so sehr ich meinen Balkongarten mag.

  6. Doraine schreibt:

    Gratuliere zu deinem schönen Balkon! Ich muss mich leider mit dem Fensterbrett begnügen… Aber das mit den Taschen gefällt mir gut, denn die Sache mit dem Plastiksackerln finde ich ein bisschen problematisch, gerade wenn es ums Gemüse geht (dazu findest du viel auf meiner Seite).
    Hast du denn schon mal versucht einfache Stoffsackerl zu verwenden? Ich weiß ja nicht ob das funktioniert aber die sind jedenfalls sehr stabil und beständig und sind jetzt auch schon in vielen Supermarktketten um 1€ Pfand oder so erhältlich.
    Lg, Doris

    • Ivynettle schreibt:

      Bei Stoffsäcken befürchte ich, dass die zu schnell austrocknen und schwer zu gießen sind, weil das Wasser ja auf allen Seiten verdampfen und rausrinnen kann.
      So gerne ich auch meinen Plastik-Verbrauch einschränken würde… manchmal ist es schwer, Alternativen zu finden.

  7. Pingback: Gartenspaziergang | Gemüse aus Balkonien

  8. Lara schreibt:

    Ich muss dir wirklich mal ein ausdrückliches Kompliment für deinen Blog machen. Ich lese hier immer wieder gerne und neben tollen Anregungen und Ideen für meinen eigenen Garten lerne ich auch immer wieder was dazu. Ich hoffe du betreibst deinen Blog noch lange weiter! LG, Lara

  9. Pingback: Eine Pflanzentasche selbst nähen - guggus design

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