Rückblicke und Ausblicke: Tomaten

(Mal schauen, wie lange ich das durchhalte – ich möchte gerne über jede der vielen Gemüsearten, die ich auf dem Balkon schon probiert habe, etwas schreiben und analysieren, wie sie sich bewährt haben.)

Lycopersicon esculentum

Die Tomate ist wahrscheinlich die Nummer 1 unter den Balkongemüsearten. Bei mir war sie das auf jeden Fall. Die einzige Gemüseart, die ich schon gezogen habe, bevor ich meinen eigenen Balkon gehabt hab.

In den letzten drei Jahren habe ich immer 7 bis 8 Tomatenpflanzen gehabt – drei große Töpfe mit jeweils zwei „normal“ hoch wachsenden Sorten und ein, zwei Ampeltomaten, die in den Kisterln am Geländer oder in den Taschen an der Wand gewachsen sind. Das wird wohl auch 2014 so bleiben.

Bevor ich mich in die Zahlenspiele stürze, muss ich natürlich sagen: Geld ist nicht alles. Das befriedigende Gefühl, etwas selbst gezogenes zu ernten und zu essen, ist unbezahlbar, ebenso wie Frische und der Geschmack einer gerade erst geernteten, sonnenwarmen Tomate. Aber trotzdem interessiert mich das Verhältnis zwischen den Ausgaben und dem, was ich ansonsten für gekauftes Gemüse ausgegeben hätte.

Zakopane, Green Grape

Die Ausgaben waren überschaubar. Die Töpfe hab ich schon vorher gehabt bzw. gebraucht bekommen, die Erde wird jedes Jahr ca. zur Hälfte ausgetauscht (und der Rest gelockert und gemischt) – ich kann nur nicht genau sagen, wie viel Erde ich da jeweils brauche, weil ich einfach so viele Pflanzgefäße habe, und sich meine Erd-Einkäufe auf alle aufteilen. (Insgesamt habe ich 2011 € 39,60 für Erde ausgegeben, 2012 € 26,40, 2013 € 19,80. Die Ausgaben werden tatsächlich jedes Jahr kleiner, hoffentlich hält dieser Trend an!) Grob geschätzt würde ich einmal sagen, dass von diesen insgesamt € 85,80 ungefähr € 25 aus Konto der Tomaten gehen.

Würde ich meine Tomatenpflanzen immer selber ziehen, hätte ich kaum Ausgaben (bzw. sogar einen kleinen Profit, weil ich immer zu viele Pflanzen ziehe und die überschüssigen in der Arbeit verkaufen darf). Wenn ich daran denken würde, immer selbst Samen zu ernten, könnte ich die Ausgaben noch weiter reduzieren.

Allerdings klappt das nicht immer, teilweise weil ich zu faul bin und teilweise weil manchmal eine Sorte einfach nicht keimen will, also sehen die Ausgaben für Tomatenpflanzen so aus: 2011: € 0, 2012 € 3 (2 Pflanzen), 2013 € 6,60 (3 Pflanzen). Bei den Samen weiß ich es leider nicht, da sind meine Aufzeichnungen zu ungenau.

Dazu noch drei Bambusstäbe um € 8,67 – auch nur eine einmalige Ausgabe.

Das waren also die Ausgaben – € 18,27 von denen ich sicher weiß, dass sie durch Tomaten verursacht worden sind, ca. € 25 für Erde, sagen wir noch geschätzte € 10 für Samen und eine Flasche Dünger um € 5,49. Macht also alles zusammen € 58,76 für drei Jahre Tomatenkultur.

'Tess's Land Race'

Und wie sieht es mit der Ernte aus?

Meine Aufzeichnungen sind zwar recht detailliert, was die Erntemengen betrifft, aber die Preise sind eher geschätzt (meistens hab ich zum Vergleich die Preise hergenommen, die ich bei meinem Biobauern dafür zahlen würde.)

2011: 9,2 kg/€ 27,60 (erste Ernte: Mitte Juni, letzte Ernte: Anfang Oktober)

2012: 7,64 kg/€ 24,53 (erste Ernte: Mitte Juni, letzte „Ernte“: nachgereift im Jänner 2013)

2013: 4,69 kg/€ 14,92 (erste Ernte: Ende Juni, letzte „Ernte“: nachgereift im Jänner 2014 – um genau zu sein, gestern)

2013 merkt man deutlich das kalte Frühjahr, aber auch meine Faulheit, durch die ich unter anderem zu wenig gedüngt habe.

Insgesamt also 21,53 kg/€ 67,05.

Somit bleibt gegenüber meinen (zugegebenermaßen geschätzten) Ausgaben ein Profit von 8,29. Nicht gerade umwerfend, aber zumindest für Tomaten kann ich die oft gehörte Aussage „Balkongärtnern zahlt sich eh nicht aus“ widerlegen. Und, wie schon gesagt, Geld ist nicht alles.

Tomate+Bohnenblüte

Tomaten werde ich 2014 natürlich wieder anpflanzen – die Anzahl der Pflanzen hat sich gut bewährt, da wird also alles beim Alten bleiben. Nur mit dem Düngen muss ich dieses Jahr fleißiger sein – und wenn dann noch das Wetter mitspielt… vielleicht schaffe ich ja dieses Jahr 10 kg?

Hier findet ihr übrigens alle Einträge, in denen ich über Tomaten geschrieben habe.

Und diese Sorten habe ich auf dem Balkon schon gepflanzt – die mit Sternchen waren meine Lieblinge:

‘Black Cherry’
‘Black Plum’
‘Coyote’
*‘Dattelwein’
‘Galapagos’
*‘Gelbe Johannisbeere’
‘Green Grape’
‘Himbeerrose’
‘Minibel’
*‘Rose Quartz Multiflora’
‘Tess’s Land Race’
‘Tumbling Tom’
‘Zakopane’
‘Zuckertraube’

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11 Antworten zu Rückblicke und Ausblicke: Tomaten

  1. Osthexe schreibt:

    Hallo Ivy,
    ich verfolge Deine Aktivitäten mit Aufmerksamkeit, insbesondere bin ich an Deinen Erfahrungen im Tomatenanbau interessiert. Dein Blog war der erste, auf den ich in meinem Balkongartenjahr Nr. 1 (2012) gestoßen bin – einen besser strukturierteren, übersichtlicheren hab‘ ich von Balkongärtnern noch nicht gefunden. Irgendwie faszinieren mich der Anblick Deines Balkons sowie auch die sonstigen Bilder. Und dass Du ihn (den Blog) nicht immer so „füttern“ kannst, wie Du vielleicht möchtest – so what …

    Zum Thema:
    Ich habe beim Düngen meiner Starkzehrer sehr gute Erfahrungen mit Backhefe gemacht (1/2 Würfel auf 10 L Wasser/ 1x wöchentlich). Bei Interesse suche ich Dir auch mal den Link raus, in dem die Inhaltsstoffe der Backhefe mit denen eines speziellen Tomatendüngers verglichen werden – sie waren nahezu identisch.

    So, ich werde jetzt meinen letzten Urlaubstag nicht auf, aber mit Balkonien verbringen – nämlich Pläne für die neue Saison machen.

    Lieben Gruß –
    Sigrid

    • Ivynettle schreibt:

      Da werd ich ja ganz rot, bei so viel Lob! ;)

      Das mit der Backhefe ist ja interessant! Ich bekomme zwar durch meine Arbeit in der Gärtnerei den Dünger relativ billig, aber ich werde mir das auf jeden Fall merken und vielleicht auch einmal ausprobieren.

  2. Eli schreibt:

    Ich freue mich, auch im Jahr 2014 wieder von dir zu lesen. Freue mich schon auf die Balkon-Saison, da ich dieses Jahr zum ersten Mal eine Wohnung mit Balkon habe und Gemüse anpflanzen kann. Ich habe einen ziemlich großen Süd Balkon und Samen im Wert von 100 € gekauft.:-) Könnte wahrscheinlich einen Hofladen aufmachen.;-) Freue mich aufs Experimentieren und aufs Schauen, was was zu wird – werde berichten! :-D
    Liebe Grüße aus München, Eli

  3. marcelv1968 schreibt:

    Hallo Ivy,
    freut mich, dass Du wieder mehr schreiben willst! Du warst mein erster Follower und auch meine erste Anlaufstelle für meinen Balkongarten.
    Ich hoffe, dass wir dieses Jahr nicht wieder so unter einem kalten Frühjahr zu leiden haben. Meine ersten Tröpfchen sind bereits bestückt und ich warte sehnsüchtig auf das Keimen.
    Bei mir halten sich die Kosten in Grenzen, da ich mit meinen Samen sehr lange hinkomme. Ehrlich gesagt sind es so viele, dass ich sie schon im Betrieb an andere Gärtner verschenke. Ich mache aber keine Kosten/Ertragsaufstellung, da ich dies als Hobby betreibe und ich einfach Spaß daran finde. Es ist aber trotzdem immer interessant zu lesen, wie das Kosten-Verhältnis ist.
    Dieses Jahr werde ich mal versuchen grosse Tomatensorten (Fleischtomaten) auf dem Balkon zu ziehen. Ansonsten sind meine bevorzugten Sorten aus dem letzten Jahr auch wieder vertreten.
    Viel Erfolg und bis bald (entweder hier oder auf meinem Blog)!
    LG, Marcel

    • Ivynettle schreibt:

      Mal sehen, ob ich meine Vorsätze auch einhalte. ;)
      Aber ich hoffe auch sehr auf einen wärmeren Frühling. Zur Zeit warte ich mit dem Gemüse-Aussäen noch und lenke mich lieber mit meinen Zimmerpflanzen ab, aber es ist verdammt schwierig!
      Mit Samenpäckchen kommt man mit so einem kleinen Balkongarten wirklich ewig aus. Ich teile sie auch gerne mit Freunden, bevor die Samen so alt werden, dass sie eh nicht mehr keimen.

  4. Kathrin schreibt:

    Hui, so genau habe ich das eigentlich noch nie mitverfolgt. Ich ziehe die Pflänzchen zwar fast immer selber, aber das kostet im Prinzip ja auch etwas … Strom, Wasser usw. Mir geht es eigentlich vielmehr darum, zu wissen, was ich esse…

    lg kathrin

    • Ivynettle schreibt:

      Ich bin z.T. von einer englischsprachigen Bloggerin inspiriert worden, die ihre Ernten sehr genau dokumentiert, und z.T. von dem „zahlt sich eh nicht aus“, das ich überall zu hören bekommen habe.
      Meine Pflänzchen bekommen keine Zusatzbeleuchtung oder -heizung, somit fällt der Strom bei mir weg, und das Gießwasser fällt bei meiner Unmenge von Zimmerpflanzen auch nicht mehr ins Gewicht.

  5. Hendrik schreibt:

    Ich kann es auch nicht erwarten bis es wieder los geht. Ich habe mir auch noch ein 2 neue Tomatensorten besorgt, um mal zu schauen welche Sorten sich auf meinem Balkon gut schlagen.

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