Rückblicke und Ausblicke: Mangold

Beta, LactucaMangold pflanze ich sehr gerne, weil er nicht nur gut schmeckt und immer wieder zu beeernten ist, sondern auch dekorativ aussieht – besonders die buntstieligen Sorten.

Leider vergesse ich aber zu oft darauf, ihn rechtzeitig zu ernten, so dass immer wieder einige Blätter braun werden und ich sie nur noch wegschmeißen kann, anstatt sie zu essen. Ich müsste sie ja nicht einmal gleich essen, wenn ich keinen Appetit darauf habe – ich könnte sie auch einfach schneiden, kurz blanchieren und für den Winter einfrieren, aber leider bin ich auch dazu oft zu faul.

Die größten Ausgaben für den Mangold waren wahrscheinlich die Blumenkisterln, in denen ich ihn kultiviere – meistens am Küchenfenster, wo ich ihn auch oft sehen kann. Das waren € 8,99 für ein 1m-Kisterl, aber das hätte ich wohl sowieso gekauft, auch wenn ich auf meinem Balkon keinen Gemüsegarten angelegt hätte – ganz ohne Grünzeug kann ich einfach nicht leben! Und die Blumenerde, aber da hab ich wieder mal keine Ahnung, wie viel ich da gebraucht habe.

Auch die Pflanzen selbst haben nicht viel gekostet – prinzipiell könnte ich sie ja auch selber ziehen und käme mit einer Samenpackung mehrere Jahre aus, aber ich gestatte mir, manche Arbeiten „auszulagern“. Wenn ich mich mit allzu viel Arbeit überfordere, bringt mir das gesparte Geld auch nichts.

2011 habe ich eine 12er-Tasse Mangoldpflänzchen um € 1,99 gekauft – wo aber in jedem Erdwürfel mehrere Pflänzchen waren (weil die Samenkörner von Mangold immer mehrere Samen enthalten), so dass ich schlussendlich um die fünfzig Pflanzen hatte, von denen ich natürlich viele verschenkt habe.

2012 habe ich die Pflanzen gratis an meinem Arbeitsplatz bekommen, weil wir zu viele davon hatten.

Und 2013 war es € 1,00.

Beta vulgaris

Nachdem ich nie so viel Mangold esse, wie ich ernten könnte, habe ich die Anzahl der Pflanzen über die Jahre reduziert, somit ist auch die Erntemenge weniger geworden. Der Preis richtet sich danach, was ich bei meinem Biobauern dafür bezahlt hätte.

2011: 1,88kg/€ 5,64 (erste Ernte Ende Mai, letzte Ernte Ende Dezember)

2012: 1,21kg/€ 3,63 (erste Ernte Mitte Juni, letzte Ernte Ende Oktober)

2013: 0,94kg/€ 2,82 (erste Ernte Ende April, letzte Ernte … keine Ahnung, da war ich bei den Aufzeichnungen schlampig. Wahrscheinlich Mitte Oktober. Der Mangold steht allerdings noch auf dem Balkon und ich könnte wahrscheinlich noch ein paar Blätter ernten.)

Insgesamt 4,03 kg/€ 12,09

Minus der Ausgaben für die Pflanzen immer noch € 9,10.

Das deckt auch die Kosten für das Blumenkisterl ab, das ich, wie gesagt, sowieso gekauft hätte.

Also ich denke, auch beim Mangold kann man sagen, dass er sich auszahlt, wenn auch erst im Verlauf mehrerer Jahre.

hm100_8036s

Man sieht aus den Erntedaten schon, dass Mangold einiges an Kälte verträgt. Er hat bei mir auch schon den ganzen Winter überlebt, aber da er im zweiten Jahr in die Blüte geht, lohnt es sich nicht, ihn weiter zu kultivieren.

Mit Schädlingen hatte ich bisher kaum Probleme (eventuell ab und zu Blattläuse, aber die lassen sich leicht zerquetschen). Allerdings hat er bisher jeden Herbst Mehltau bekommen. Der zwar, soweit ich das bis jetzt ergoogelt habe, „nicht wirklich giftig“ ist, aber trotzdem eklig.

Meiner Erfahrung nach entwickelt Mangold ein ziemlich starkes Wurzelsystem, was Mischkultur in den Kisterln schwierig macht, obwohl er mit ein bisschen „Unterbepflanzung“ noch schöner ausschauen würde – er verdrängt und „erwürgt“ einfach alles andere.

Mangold kommt natürlich auch 2014 wieder auf meinen Balkon bzw. aufs Fensterbrett. Und vielleicht schaffe ich es diesmal, keine Blätter gelb und braun werden zu lassen.

Und hier sind alle Einträge zum Thema Mangold.

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12 Antworten zu Rückblicke und Ausblicke: Mangold

  1. Bettina schreibt:

    Ich habe Mangold auch sehr gern im Garten und mir geht es ähnlich wie dir, ich mag die bunten Stiele und vergesse auch oft, ihn rechtzeitig zu ernten. Ich kann es gar nicht erwarten, wieder neu auszusähen.

  2. schoenschnabel schreibt:

    Schöner Beitrag! Da ich mir überlegt habe, dieses Jahr zum ersten Mal Mangold zu pflanzen, ist Dein Betrag sehr interessant für mich! :)

  3. Bärenhunger schreibt:

    Mangold ist ja mein Lieblingsgemüse was den Eigenanbau betrifft – und auch das Ertragreichste hinsichtlich der Ernte. Bei mir hat er bis jetzt auch jedes Jahr im September Mehltau bekommen und das war dann immer der Zeitpunkt für mich ihn auszurupfen. Aber wenn bei Dir die Ernte noch bis in den Dez hinein geht, werde ich ihn nächsten Winter auch noch stehen lassen.
    Freut mich übrigens sehr, dass es wieder regelmäßig von Dir etwas zu Lesen gibt. Das verkürzt die Wartezeit bis zum Balkon Gärteln ;-)

    • Ivynettle schreibt:

      Gut zu wissen, dass es nicht nur mir so geht mit dem Mehltau.
      Hoffentlich schaffe ich es weiter, so häufig/regelmäßig was zu schreiben, wie ich es vorhabe.

  4. Anna schreibt:

    Ich liebe Mangold und deiner sieht so schön aus!
    Letztes Jahr hatte ich auch welchen auf der Terrasse aber er blieb mickrig klein. Hast du eine Idee woran das gelegen haben könnte? Genug Platz müßte er gehabt haben. Ich möchte es dieses Jahr unbedingt nochmal probieren :)

    • Ivynettle schreibt:

      Hast du ihn ab und zu gedüngt? Mir kommt vor, Mangold braucht schon auch einiges an Nährstoffen.

      • Anna schreibt:

        Ja, gedüngt wurde er öfter. Vielleicht aber trotzdem zu wenig? Obwohl, die Pflänzchen waren wirklich immer sehr klein, keine 10 cm hoch.

      • Ivynettle schreibt:

        Es ist halt immer schwierig, über solche Sachen was zu sagen, wenn man die Situation nicht sieht… es kann zu trocken sein oder zu nass, zu schattig, eine ungeeignete Erde (ich hab mit manchen Marken schon schlechte Erfahrungen gemacht), irgendwelche unentdeckten Schädlinge…

  5. S. schreibt:

    Sehr beeindruckend, Deine Ergebnisse! Und das in einem Balkonkasten! Ich hatte gedacht / gelesen, dass Mangold viel größere Pflanzgefäße braucht! Ich möchte es in diesem Jahr zum ersten Mal mit Mangold auf dem Balkon versuchen & Dein Beitrag macht mir echt Mut. Mein Spinat ist im letzten Jahr leider Schädlingen zum Opfer gefallen ;-|

    • Ivynettle schreibt:

      Mit Spinat hab ich noch nie Glück gehabt, aber Mangold ist ziemlich problemlos. Man muss nur ab und zu daran denken, ihn auch zu düngen, dann sind kleinere Gefäße kein Problem.

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