Gartenspaziergang im Regen

Ups. Habe ich nicht vor einem Monat versprochen, brav alle zwei Wochen zu schreiben?

Was soll ich sagen? Zu viel Arbeit, zu viele Pflanzen, zu viel anderes zu tun, zu viele Ablenkungen… schlichtweg zu wenig Zeit.

Der Urban-Gardening-Wettbewerb läuft natürlich weiter. Wer also auf Facebook ist, bitte ganz einfach diese beiden Bilder liken:

2. Juni

15. Juni

Und jetzt zieht euch die Regenjacke an und geht mit mir spazieren…

Ein kurzer Abstecher hinüber in den Park, zum Gemeinschaftsgarten:

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Es ist immer wieder faszinierend, wie sich auf so einer kleinen Fläche so viele unterschiedliche Stile begegnen, von „in Reih und Glied“ bis „kunterbuntes Durcheinander“, von „perfekt gepflegt“ bis „Unkrautdschungel“.

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Ich bin nach wie vor die einzige, die den Rasenschnitt zum Mulchen nutzt. Als im Park das letzte Mal Rasen gemäht wurde, haben die Arbeiter genau vor dem Garten den Rasenschnitt liegengelassen – ob die wohl gewusst haben, dass ich den gut brauchen kann?

Im linken Beet wachsen, von hinten nach vorne, Zuckererbsen, Zuckermais, Buschbohnen, Spitzkraut, Spätkraut, Zucchini, Salat, Sellerie und Dill (das hat zum Großteil kein wirkliches System… die Auswahl erfolgt großteils nach dem Kriterium „wo ist gerade genügend Platz frei?“.

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Von den Zuckererbsen habe ich gestern und heute insgesamt 750 g geerntet.

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Die erste gelbe Zucchini – gestern geerntet, mit 650 g.

So viel Salat... ich habe das Gefühl, mir wachsen bald zwei Hasenohren, so viel esse ich davon zur Zeit.

So viel Salat… ich habe das Gefühl, mir wachsen bald zwei Hasenohren, so viel esse ich davon zur Zeit.

Im rechten Beet, in fröhlichem Wirrwarr, Pastinaken, Salate, rote Rüben, Mangold, Radieschen, Kraut, Blaukraut, Kohl, Brokkoli, Karfiol, Lauch, Fenchel, Stangensellerie, Rucola… Eigentlich sollte da auch Wurzelpetersilie wachsen, aber die hat sich geweigert zu keimen, und die Karotten… na ja, ich weiß immer noch nicht, ob die einfach so spärlich keimen oder ob sie schon im winzigen Zustand von den Schnecken verspeist werden. Aber noch gebe ich nicht auf… ich werde wohl in den nächsten Tagen noch einmal nachsäen.

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Der erste Karfiol meines Lebens! (Abgesehen von frühen Balkonexperimenten mit ca. 3 cm Durchmesser…) Warum er so violett wird? Ich habe keine Ahnung.

Machen wir uns auf den Heimweg…

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Da macht mir doch heuer glatt jemand Konkurrenz um den grünsten Balkon! (Aber insgesamt wäre die Begrünung des Hauses noch… ausbaufähig.)

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Andere Leute mögen einen ebenso grünen Balkon haben, aber ich nutze auch meine Fensterbretter, ätsch.

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Der Balkon hat endlich seine endgültige Form angenommen, die Tomaten stehen, wo sie den Rest des Jahres bleiben werden, die Rankgerüste sind aufgebaut und die ersten Bohnen schlingen sich schon in luftige Höhen. Ich habe sie schon daran hindern müssen, die Nachbarn zu besuchen… von denen bekomme ich immer nur Zigarettenstummel, die ich in meinen Balkonkisterln finde, die kriegen sicher keine Fisolen von mir!

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Heuer gönne ich mir ein bisschen mehr Blumen als sonst, deshalb wachsen genau über der Haustür ein paar Fächerblumen zwischen buntlaubigen Süßkartoffeln und Hängetomaten.

sDSC04197Hinein ins Haus und wieder raus…

sDSC04199Die gelben Zuckererbsen haben ziemlich unter dem heißen Wetter gelitten und der Mehltau breitet sich immer mehr aus. Ich versuche, ihn mit Backpulver zu bekämpfen, aber das tue ich wohl auch nicht oft genug.

Nachdem meine Melonen bisher immer recht mickrig waren, habe ich heuer beschlossen, es in einem dieser beiden Tröge stattdessen mit einem Hokkaido-Kürbis zu versuchen. Der ist in einer Woche gut einen Meter gewachsen… von mickrig kann da wohl keine Rede sein! Mehr von „bedrohlich“ – ob das wohl gut geht?

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Auch wenn ich mich immer wieder ärgere, weil die hoch wachsenden gelben Zuckererbsen so schnell Mehltau kriegen, irgendwie mag ich sie doch, und nachdem mir heuer die Samen ausgegangen sind, habe ich mir die schönsten Hülsen markiert, damit ich sie nicht versehentlich esse, anstatt die Samen ausreifen zu lassen.

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Die Tomaten dürfen die erste Zeit immer an der hinteren Wand stehen, wo sie mehr Sonne abbekommen, solange sie noch kleiner sind. Sobald sie höher sind als die Brüstung, müssen sie nach vorne übersiedeln, wo die unteren Blätter leider in tiefem Schatten sind und daher früher oder später absterben werden.

Die Melanzani stehen daher auf diesen Holzkisten, um über den Schatten der Brüstung hinauszukommen.

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In den Kisterln an der Brüstung wachsen jede Menge Kräuter, Salate, Mangold, Süßkartoffeln, und auch hier die eine oder andere Blume.

sDSC04204Mein Sitzplatz, jetzt nicht mehr eingezwängt zwischen Paprika und Melanzani.

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Vorne rechts, neben meinem Sitzplatz, wachsen die Paprikas und ein Topf Bohnen, die ich etwas früher im Zimmer ausgesät habe und die jetzt mein grünes Imperium gern auf das nächste Stockwerk ausweiten möchten. An der hinteren Wand die Gurken und ein zweiter Trog mit Bohnen (später und direkt draußen am Balkon ausgesät, und daher dementsprechend kleiner).

sDSC04206In der Ecke der Topfturm mit Erdbeeren, Minze und noch ein paar Blumen. An der Wand hängen die Erdbeertasche und zwei Hängetöpfe mit einer Kletter- und einer Hängeerdbeere, die ich heuer einmal ausprobieren will.

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Der zweite, jüngere Bohnentopf. Zwischendrin ein paar Trichterwinden und ein Trieb, von dem ich vermute, dass er zu der Jamswurzel gehört, von der ich jeden Herbst vergesse, dass die da irgendwo sein muss, und die mich dann jedes Frühjahr überrascht.

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Normalerweise würden hier am Fensterbrett meine Passionsblumen und Zimmerahorne Sommerferien machen, aber dann haben mir die Kisterl, die ich eigentlich auf die anderen beiden Fensterbretter stellen wollte, so gut gefallen, dass ich beschlossen habe, sie da zu lassen. Hier Süßkartoffeln, Glücksklee, Oxalis spiralis, für den ich keinen deutschen Namen weiß (ein hängender, rotlaubiger Sauerklee) und eine gewaltig wuchernde knollige Kapuzinerkresse. Würde die Sonne scheinen, würden der Klee auch seine hübschen Blüten öffnen.

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Und im anderen Kisterl wieder buntlaubige Süßkartoffeln, Blaue Mauritius und verschiedene Sauerkleearten. Auch die würden an einem Sonnentag viel schöner aussehen… aber wenn ich auf den gewartet hätte, hättet ihr noch viel länger auf diesen Spaziergang warten müssen.

(Und jetzt spaziere ich endlich ins Bett.)

(Und nicht vergessen… falls ihr es noch nicht getan habt… bitte die oben verlinkten Fotos liken! :) )

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6 Antworten zu Gartenspaziergang im Regen

  1. Anna von "Mach mal" schreibt:

    Deine Zuckererbsen sehen toll aus. Und auch sonst: was für eine tolle, bunte Vielfalt! Im Vergleich zu deinem Balkon ist unser wirklich noch sehr ausbaufähig ;-) Mangold und Süßkartoffeln möchte ich nächstes Jahr unbedingt mal ausprobieren. Liebe Grüße, Anna von „Mach mal“

    • Ivynettle schreibt:

      Beides absolut empfehlenswerte Balkongemüse, die auch noch hübsch aussehen. (Gut, die Süßkartoffeln sind nicht jedes Jahr gleich erfolgreich, aber letztes Jahr waren sie super.)

  2. Pflantisch schreibt:

    Hallo, richtig gute Methode mit den Pflanzen vor dem Fenster! Nur wie hast du die befestigt? Liebe Grüße!

    • Ivynettle schreibt:

      Sie sind mit Draht bei den kleinen Schlitzen befestigt, die meine Fensterrahmen unten haben – ich hab irgendwo Fotos, die sollte ich endlich einmal posten. Freunde von mir, die keine solchen Schlitze haben, haben sich stattdessen Löcher gebohrt.

      • Pflanztisch schreibt:

        Aber gibt das bohren nicht Probleme mit dem Vermieter? Wäre nett wenn du die Fotos mal posten könntest. Liebe grüße

      • Ivynettle schreibt:

        Die Probleme kann man sicher nicht ausschließen. In dem Fall sind die Fenster schon so alt, dass es wahrscheinlich nicht mehr viel ausmacht, aber für jeden ist die Methode wohl nicht geeignet.

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