Düngen nicht vergessen!

Das ist ebenso eine Erinnerung an mich wie an euch. Mit dem ganzen Lernen in letzter Zeit habe ich das ziemlich vernachlässigt.

(Die Prüfung? *stöhn* Ein Teil war recht leicht, aber der zweite war eine komplette Katastrophe, und nicht deswegen, weil ich zu wenig vorbereitet war. Aber mehr will ich dazu gar nicht sagen.

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Ich habe immer wieder Kunden, die das selbe glauben, was ich vor meiner Gärtnerlehre auch geglaubt habe: Dünger = Chemie = böse.

Beides stimmt nicht.

Dünger muss nicht Chemie sein (abgesehen von dem Satz, den mir mein altes Chemiebuch eingeprügelt hat, „Alles Leben ist Chemie“) – es gibt mittlerweile viele Dünger aus natürlichen Stoffen. Soweit ich mich erinnern kann, bestehen diese beiden hier vor allem aus Zuckerrübenresten aus der Zuckerproduktion.

Und Dünger ist ganz sicher nicht böse, sondern ein wichtiger Teil eines erfolgreichen Pflanzenwachstums. So wie wir auch, können Pflanzen nicht von Luft und Wasser (und Sonne) allein leben. Wir brauchen unsere Kohlenhydrate, Fette, Eiweiße, Vitamine usw, und genauso brauchen Pflanzen Stickstoff, Phosphor, Kali, Spurenelemente…

Früchte zu tragen, wie es unsere Balkongemüsepflanzen tun sollen, ist „anstrengend“, braucht viele Ressourcen, und diese müssen wir unseren Pflanzen zur Verfügung stellen.

 

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9 Antworten zu Düngen nicht vergessen!

  1. Sigrid schreibt:

    Nochmals zur Prüfung:
    Ach komm, Yvi – Haken dran! Zunächst ist’s egal, wie’s ausgegangen ist. Da Du daran nun ohnehin nichts mehr ändern kannst, solltest ganz bewusst die Erleichterung genießen, ES hinter Dir zu haben. Mach Dir das nicht durch Analysieren kaputt – dazu ist später noch Zeit. Jetzt widme Dich Deinen Gärten und lebe den Rest vom Sommer ohne Druck.

    Lieben Gruß –

    Sigrid

  2. Sigrid schreibt:

    Noch was:
    Du hast völlig Recht: Dieses pauschale Verteufeln von „Chemie“ ist total unsinnig, denn „alles im Leben ist Chemie“ (und Physik). Die Leute meinen damit sicher synthetisch hergestellte, „künstliche“ Ersatzstoffe, doch selbst dann: Wo wären wir ohne die? Wo wären wir z.B. ohne industriell hergestellte Antibiotika? Oder wo, wäre der Kunstdünger einst nicht entwickelt worden?
    Wie meistens im Leben ist es so, wie es Paracelsus sinngemäß formulierte: „Die Dosis macht das Gift“.

    • Ivynettle schreibt:

      Eben. Alles mit Maß und Ziel.
      Ich hab mit den Biodüngern zwar auch ein besseres Gefühl, aber von einem rein wissenschaftlichen Standpunkt spricht, soweit ich weiß, nichts gegen synthetische Dünger. Zumindest von den Inhaltsstoffen der Pflanzen, die Auswirkungen auf den Boden sind wieder eine eigene Geschichte.
      Und Pestizide sowieso.

      • Sigrid schreibt:

        Zum Kunstdünger muss ich noch Folgendes ergänzen:
        Ich meinte das mehr rückblickend. Und zwar in Zeiten, als die Erträge solche Dimensionen hatten, dass eine gute Ernte meist gerade so bis zur nächsten gereicht hat und eine Missernte Hungern bedeutete. Da war die Entwicklung des Kunstdüngers geradezu revolutionär. Von dem, was das inzwischen für Auswüchse getrieben hat, muss ich ausgerechnet Dir ja nichts erzählen …

        Ich versuche, in meinem Balkon- und Fensterbrett-Gärtchen (mit immerhin 48 Erdbeerpflanzen, 2 Himbeerstöcken, 7 Tomatenstauden, 2 Eimern Kartoffeln, jeder Menge Kräutertöpfen und -eimern) in punkto Düngen anschließend an die Kompostgabe im Frühjahr mit diversen selbstangesetzten Pflanzenauszügen sowie Hefegüssen auszukommen. Auch das Dämpfwasser (ungesalzen) von Kartoffeln und anderen Gemüsen wandert zu den Pflanzen, ja sogar das Wasser, wenn ich die leeren Milchtüten ausspüle und mitunter auch etwas übriggebliebene Molke von der Joghurtherstellung (deren Eiweiß zersetzt sich ja trotz Kühlung sehr schnell und nach einem Tag mag ich sie nicht mehr) kriegen die Tomaten zu trinken. Blütenendfäule ist bei mir daher kein Thema. Kalium satt gibt’s ab und an durch einen Guss mit getrockneter, gemahlener Biobananenschale. Auch Kaffeesatz bzw. ein Aufguss damit kommt regelmäßig zum Einsatz – die Pads von meiner Senseo lassen sich ja ohne Matscherei prima trocknen und übers Jahr kommt da schon allerhand zusammen. Aus Kaffeewasser, Knoblauchkonzentrat, etwas Alkohol und ein paar Tropfen Spüli hab‘ ich mir übrigens ein wirksames Ameisen- und Blattlaus-Vergrämungsspray für die Balkon-Erdbeeren kreiiert. Einmal angewendet – Ruhe für die restliche Saison.

        Oh je – so spät! Ich muss ins Bett.

        Liebe Grüße von

        Sigrid

  3. Hallo Sigrid, meine Tomaten haben diese ……..endfäule Krankheit. Als ich meine selbst gezogenen Pflänzchen in Eimer ausgepflanzt habe, habe ich unter die Erde Pferdemist gemischt. Deshalb habe ich nicht sofort Tomatendünger ins Giesswasser getan. War wohl falsch 😩
    Ist Pferdemist sowieso falsch? Was glaubst du? Über deine Meinung würde ich mich freuen.
    LG Ulla

    • Sigrid schreibt:

      Hallo Ulla,
      ich habe zwar keine Erfahrungen mit frischen organischen Düngern, aber Dein Pferdemist ist sicher als eine Art Grund- und Langzeitdüngung zu betrachten. Deshalb denke ich nicht, dass Du gleich mit Flüssigdünger hättest gießen müssen: Viel hilft nicht viel und beim Düngen kommt es auf den Wachstumsstatus an, wann man womit wieviel düngt. Ob der Pferdemist die Blütenendfäule ausgelöst hat (sie heißt deshalb so, weil sie an der Tomatenfrucht dort erscheint, wo einst die Blüte war), ist schwer einzuschätzen – wenn Du zu viel eingearbeitet hast, eventuell schon (siehe unten).

      Zur Entstehung dieser schwarzen Flecken führt Kalziummangel (nicht zu verwechseln mit Kalium!). Entweder ist zu wenig Kalzium im Boden und wird auch nicht von außen zugeführt oder es ist ausreichend vorhanden, aber die Pflanze kann es aus verschiedenen Gründen nicht aus dem Boden aufnehmen. Zum Beispiel wenn dieser zu sauer ist (da hilft alkalisch wirkendes Urgesteinsmehl per Gießwasser). Ob das nötig ist, müsste man allerdings erst einmal per Bodenprobe feststellen (Teststreifen z.B. in der Apo).

      ODER (und jetzt komme ich auf den Pferdemist zurück) es ist durch Überdüngung zu viel Phosphor im Boden, was zu hohem vegetativen Wachstum (hauptsächlich Blätter) führt. Ist das der Fall, „saugen“ diese unverhältnismäßig viele Nährstoffe weg und die Früchte bekommen dadurch u.a. zu wenig Kalzium. Auch ein Überangebot an Kalium und Magnesium wirkt der ausreichenden Versorgung mit Kalzium entgegen, indem dieses im Boden festgehalten wird und nicht in den Nährstoffkreislauf der Pflanze gelangt.

      So viel an Info von meinen Karteikarten mit zusammengetragenem Wissen. Was jetzt genau der Übeltäter bei Dir ist/ war – ich weiß es nicht …

      Wenn es nur wenige, noch grüne Früchte mit diesen Flecken sind, dann entferne sie einfach von der Pflanze. Ist das erst losgegangen, als die Früchte schon fast reif waren, dann schneide diese Stücken großzüging weg und verarbeite die betroffenen Tomaten im Salat etc. – es handelt sich ja lediglich um eine Wachstumsstörung und keine Pilzerkrankung o.ä.

      In der Hoffnung, dass es nur ein vorübergehendes Problem ist/ bleibt, grüßt Dich
      Sigrid

      • Hallo Sigrid, danke für die Recherche. Das alles kann ich gut nachvollziehen aber was würdest du im nächsten Jahr für Startererde nehmen? Ich möchte meinen Tomaten im Topf nur das Beste als Dünger bieten. Blumenerde ohne Pferdemist und anstatt diesem vielleicht Brennesseljauche? Tomatendünger?
        Lieben Gruß von Ulla

    • Ivynettle schreibt:

      Wie Sigrid ganz richtig gesagt hat, entsteht die Blütenendfäule durch Kalziummangel. Nach dem, was ich jetzt schnell ergooglet habe, scheint Pferdemist davon eher wenig zu enthalten.
      Ich hab selber noch nie Probleme gehabt, da mein Leitungswasser ziemlich viel Kalk (-> Kalzium) enthält, aber ich habe immer wieder Kunden, die davon erzählen, besonders bei Topftomaten, die viel mit Regenwasser (kalk- und somit kalziumfrei) gegossen werden.

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